Brahmosid (Triterpensaponin · ZNS-Anxiolytikum · Brahmi Minor Active)

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Verbindung Brahmosid
Chemische Klasse Terpenoid – Triterpenoid-Saponin (Pseudojujubogenin-Aglykon-Glykosid)
CAS 17747-72-7
Primäre Quelle Bacopa monnieri (Brahmi) und Centella asiatica (Gotu Kola) – Nebenbestandteil
Schlüsselanwendungen ZNS-sedativ/anxiolytisch, kognitive Modulation, Bacopa-Nebenwirkstoff
Aussagestärke Moderat
Typische Form Bacopa monnieri-Extrakt (Brahmosid als kleinere Bacosid-Fraktion); Centella asiatica als Co-Bestandteil
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Namensherkunft: Von Brahmi – dem Sanskrit-Namen für Bacopa monnieri, der ihre primäre botanische Quelle widerspiegelt. Brahmosid ist ein Pseudojujubogenin-Aglykon-Glykosid – strukturell unterscheidet es sich von den Jujubogenin-basierten Bacosiden A und B und stellt eine eigenständige Triterpenoid-Saponin-Klasse innerhalb des phytochemischen Profils von Bacopa dar. Traditionelle Verwendung: Brahmosid wurde in der traditionellen Medizin nicht individuell angesprochen – es wurde als Bestandteil von Bacopa während der systematischen phytochemischen Charakterisierung identifiziert. Seine pharmakologischen Eigenschaften wurden retrospektiv den traditionellen ZNS-Anwendungen von Brahmi zugeschrieben. Forschungstrajektorie: Brahmosid wurde speziell auf seine ZNS-depressiven (sedativen), anxiolytischen und kardiovaskulären Wirkungen in Tiermodellen untersucht. Es scheint zur gesamten anxiolytischen Aktivität von Bacopa beizutragen, zusammen mit den serotonergen Effekten der Bacoside A und B. Es wird als ein kleiner, aber pharmakologisch aktiver Bestandteil des gesamten Bacosid-Komplexes angesehen. Kommerzielle Quelle: Erhältlich als Bestandteil von Brahmi (Bacopa monnieri)-Extrakt. Siehe Bezugsquellen unten.


Nachweise für Brahmosid-Anwendungen

ZNS-depressiv und anxiolytisch: Brahmosid erzeugt dosisabhängige ZNS-depressive Effekte in Tiermodellen – es verlängert die Pentobarbiton-Schlafzeit, reduziert die spontane motorische Aktivität und erzeugt anxiolytische Effekte in Labyrinthtests. Der Mechanismus beinhaltet die Modulation von GABA-A-Rezeptoren und möglicherweise einen partiellen Agonismus an Opioidrezeptoren. Trägt zum gesamten sedativ-anxiolytischen Profil von Bacopa bei, das sich von den kognitionsfördernden Mechanismen von Bacosid A3 und Bacopasid II unterscheidet. Aussagestärke: Moderat (Tierdaten; menschliche Zuschreibung beschränkt auf Bacopa-Extraktstudien).

Kardiovaskuläre Modulation: Brahmosid und Brahmosin (die beiden Pseudojujubogenin-Saponine in Bacopa) reduzieren Herzfrequenz und Blutdruck in Tiermodellen über direkte kardiale Effekte und möglicherweise Kalziumkanalmodulation. Kann zum kardiovaskulären Sicherheitsprofil von Bacopa bei höheren Dosen beitragen. Aussagestärke: Im Entstehen begriffen.

Entzündungshemmend: Brahmosid zeigt NF-κB-hemmende Aktivität in Zellmodellen. Das Pseudojujubogenin-Gerüst bietet ein eigenständiges entzündungshemmendes Mechanismusprofil gegenüber den Jujubogenin-basierten Bacosiden. Aussagestärke: Im Entstehen begriffen.


Dosierung & Formulierer-Spezifikation

Brahmosid wird nicht kommerziell als eigenständiger Inhaltsstoff formuliert. Es ist ein Bestandteil der gesamten Bacosid-Fraktion im Bacopa monnieri-Extrakt. Kommerzielle Bacopa-Extrakte, die auf Gesamtbacoside standardisiert sind (20–55 %), liefern Brahmosid und Brahmosin als definierte kleinere Fraktion des Saponin-Komplexes. Für Formulierungen, die speziell auf den anxiolytischen Beitrag von Brahmosid abzielen, ist der Standard-Bacopa-Extrakt in klinischen Dosen (300–450 mg/Tag, 55 % Gesamtbacoside) das geeignete Darreichungsmittel. Isoliertes Brahmosid ist im Nahrungsergänzungsmittelbereich kommerziell nicht erhältlich.


Häufig gestellte Fragen — Brahmosid

Wie unterscheidet sich Brahmosid von Bacosid A?
Brahmosid ist ein Pseudojujubogenin-Aglykon-Glykosid; Bacosid A besteht aus Jujubogenin-Aglykon-Glykosiden. Dies sind strukturell unterschiedliche Triterpensaponin-Klassen mit verschiedenen Aglykon-Gerüsten. Die unterschiedliche Struktur verleiht Brahmosid ein anderes pharmakologisches Profil – stärker ZNS-depressiv/anxiolytisch im Vergleich zu den AChE-hemmenden/prokognitiven Mechanismen von Bacosid A. Gemeinsam tragen sie zum kombinierten kognitiv-anxiolytischen Wirkungsprofil von Bacopa bei.

Ist Brahmosid für die sedierenden Wirkungen von Bacopa bei hohen Dosen verantwortlich?
Die ZNS-depressive Aktivität von Brahmosid in Tiermodellen stimmt mit den sedierenden Nebenwirkungen überein, die bei höheren Bacopa-Dosen in einigen menschlichen RCTs berichtet wurden. Der sedierende Effekt ist dosisabhängig und wird im Allgemeinen eher als Nebenwirkung denn als erwünschtes Ergebnis bei klinischen Dosen angesehen – er kann die Wachsamkeit beeinträchtigen, wenn er morgens in hohen Dosen eingenommen wird. Aus diesem Grund empfehlen einige Protokolle die abendliche Einnahme oder den Beginn mit niedrigeren Dosen.

Kommt Brahmosid auch in Centella asiatica (Gotu Kola) vor?
Brahmosid wurde als geringfügiger Bestandteil in einigen Centella asiatica-Präparaten berichtet, obwohl es nicht das primäre oder am besten charakterisierte Saponin in Gotu Kola ist (das auf Asiaticosid und Madecassosid standardisiert ist). Jegliches in Centella vorhandene Brahmosid liegt in viel geringeren Konzentrationen vor als in Bacopa. Für die Brahmosid-Aktivität ist Bacopa monnieri-Extrakt die geeignete botanische Quelle.

Ist Brahmosid dasselbe wie Brahmosin?
Nein. Brahmosid und Brahmosin sind eng verwandte Pseudojujubogenin-Glykosidsaponine, die gemeinsam in Bacopa monnieri vorkommen und als Paar benannt werden, was ihre Herkunft aus Brahmi widerspiegelt. Sie teilen das Pseudojujubogenin-Aglykon, unterscheiden sich aber in ihrer Zuckerzusammensetzung und ihren Bindungen. Beide sind als kleinere Bestandteile der gesamten Bacosid-Fraktion neben den häufigeren Jujubogenin-basierten Bacosiden A und B vorhanden.

Verwandte Verbindungen: Bacosid A, Bacoside, Asiaticosid, Ginsenoside


Aussagestärke-Skala – Hoch = mehrere menschliche RCTs; Moderat = begrenzte Studien oder starke präklinische Konvergenz; Im Entstehen begriffen = Labor- oder Tierdaten im Frühstadium.

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