Myricetin (Hexahydroxyflavonol · Antioxidans · Unterstützung des Stoffwechsels)

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CAS-Nr. 529-44-2
Klasse Polyphenol · Flavonol · Flavonoid
Quelle Lycium barbarum (Gojibeere); Myrica rubra (Wachsmyrte); Rotweintrauben, Moosbeeren, Petersilie, Salbei, Oregano
Glaubwürdigkeit der Behauptung Moderat
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Namensursprung: Myricetin ist benannt nach Myrica rubra (Wachsmyrte), der Pflanze, aus der es historisch isoliert wurde. Strukturelle Besonderheit: Mit sechs Hydroxylgruppen ist es das am stärksten hydroxylierte der gängigen diätetischen Flavonole – eine mehr als Quercetin – was ihm eine außergewöhnliche Radikalfänger-Kapazität in ORAC- und DPPH-Assays verleiht. Forschungsinteressengebiete: Glukosestoffwechsel (hemmt intestinales SGLT1/GLUT2 und stimuliert die GLUT4-Translokation auf insulinmimetische Weise), Neuroprotektion (hemmt die Aggregation von Amyloid-β und α-Synuclein in Alzheimer- und Parkinson-Modellen) und Adipogenese-Hemmung. Praktischer Hinweis: Sein hoher Hydroxylierungsgrad reduziert die wässrige Löslichkeit im Vergleich zu Quercetin, was bei der Formulierung für eine ausreichende Bioverfügbarkeit berücksichtigt werden muss.


Nachweise für antioxidative, blutzuckerregulierende und neuroprotektive Aktivität

Antioxidative Aktivität: Sechs Hydroxylgruppen erzeugen eine außergewöhnliche Radikalfänger- und Metallchelat-Kapazität, zusammen mit einer Nrf2-Hochregulierung in Zellmodellen. Glaubwürdigkeit der Behauptung: Hoch (mechanistisch); Moderat (klinisch).

Blutzuckerregulation: Hemmt SGLT1 und GLUT2 (verlangsamt die intestinale Glukoseabsorption), stimuliert die GLUT4-Translokation (insulinmimetische Wirkung) und hemmt die Aldose-Reduktase (relevant für diabetische Komplikationen). Mehrere Nagetiermodelle zeigen signifikante Glukosereduktionen. Humandaten sind begrenzt. Glaubwürdigkeit der Behauptung: Moderat.

Neuroprotektion: Hemmt die Aggregation von Amyloid-β und α-Synuclein – den Proteinen, die für die Pathologie von Alzheimer und Parkinson zentral sind. Überwindet die Blut-Hirn-Schranke und verbessert die kognitive Leistung in Tiermodellen der Neurodegeneration. Glaubwürdigkeit der Behauptung: Im Entstehen begriffen.


Dosierung & Hinweise für Formulierer

Dosisbereich: Keine etablierte humane klinische Dosis. Präklinische Studien verwenden 50–200 mg/kg. Vorgeschlagener Nahrungsergänzungsmittelbereich: 100–500 mg/Tag. Die diätetische Aufnahme aus flavonoidreichen Diäten beträgt 0,5–3 mg/Tag – weit unter den experimentellen Dosen.

Formulierung: Geringe wässrige Löslichkeit erfordert einen Lipidträger, einen Phytosomkomplex oder eine Cyclodextrin-Einschließung für eine signifikante Bioverfügbarkeit. Minimieren Sie die Hitzeeinwirkung während der Verarbeitung, um die oxidative Degradation zu reduzieren.

Synergistische Paare: Quercetin (komplementärer Flavonol-Antioxidantien-Stack), Berberin (AMPK + Glukosestoffwechsel), Alpha-Liponsäure (antioxidative Synergie), Goji-Beeren-Extrakt (natürliche Lebensmittelmatrix-Myricetin-Quelle mit LBP-Polysacchariden).


Häufig gestellte Fragen – Myricetin

Wie unterscheidet sich Myricetin mechanistisch von Quercetin?
Die zusätzliche 5′-Hydroxylgruppe am B-Ring von Myricetin erhöht die Radikalfänger-Kapazität und Metallchelation, reduziert aber die wässrige Löslichkeit. Myricetin hat stärkere dokumentierte Effekte auf Glukosetransportproteine (SGLT1, GLUT2) und die Hemmung der Proteinaggregation. Quercetin hat eine stärkere dokumentierte NF-κB-Hemmung und Mastzellstabilisierung sowie eine breitere Evidenzbasis insgesamt.

Ist Myricetin für Formulierungen zur diabetischen Gesundheitsförderung relevant?
Myricetin hemmt die intestinale Glukoseabsorption (SGLT1/GLUT2), stimuliert die GLUT4-Translokation (insulinmimetisch) und hemmt die Aldose-Reduktase – mehrere komplementäre Mechanismen, die für das Blutzuckermanagement relevant sind. Präklinische Beweise sind überzeugend; isolierte Myricetin-Studien am Menschen sind begrenzt. Geeignet für umfassende Formulierungen zur metabolischen Gesundheit, die als diätetische Nahrungsergänzungsmittel positioniert sind.

Welche Nahrungsquellen liefern das meiste Myricetin?
Wachsmyrterinde und -früchte sind die reichhaltigsten botanischen Quellen. Unter den häufig konsumierten Lebensmitteln: Goji-Beeren, Cranberrys, Rotweintrauben, Walnüsse. Küchenkräuter wie Petersilie, Salbei, Oregano und Thymian enthalten bemerkenswerte Konzentrationen. Der größte Teil der westlichen Nahrungsaufnahme beträgt 0,5–3 mg/Tag aus der Nahrung.

Kann Myricetin in Formulierungen zur kognitiven Unterstützung verwendet werden?
Myricetin überwindet die Blut-Hirn-Schranke und hemmt die Aggregation von Amyloid-β und α-Synuclein – was eine mechanistische Grundlage für die neuroprotektive Positionierung bietet. Menschliche kognitive Beweise sind im frühen Stadium. Am besten positioniert als komplementärer antioxidativer und neuroprotektiver Inhaltsstoff neben Verbindungen mit stärkeren klinischen Beweisen (Bacopa monnieri, Ginkgo, Phosphatidylserin).


Skala der Glaubwürdigkeit der Behauptung – Hoch = mehrere menschliche RCTs; Moderat = begrenzte Studien oder starke präklinische Konvergenz; Im Entstehen begriffen = Labor- oder Tierdaten im Frühstadium.

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