Sakuranetin (Flavanon-Phytoalexin · Antimykotisch · Entzündungshemmend)

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Verbindung Sakuranetin
Chemische Klasse Polyphenol — Flavanon (Naringenin 7-Methyläther)
CAS 2957-21-3
Primärquelle Oryza sativa (Reisblätter, Phytoalexin), Prunus spp., Conyza canadensis
Schlüsselanwendungen Antimykotisch, entzündungshemmend, insektizid
Aussagestärke Aufkommend
Typische Form Isolat in Forschungsqualität; Pflanzen-Phytoalexin
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Namensursprung: Von Prunus serrulata (Japanische Kirsche / Sakura), aus deren Rinde es zuerst isoliert wurde. Sakuranetin ist der 7-O-Methyläther von Naringenin – eine einfache Methylierung, die sein Bioaktivitätsprofil im Vergleich zur Ausgangsverbindung erheblich verändert. Traditionelle Verwendung: Sakuranetin hat als isolierte Verbindung kein spezifisches traditionelles Verwendungsprofil; Pflanzen, die es produzieren (Reis, Conyza-Arten), werden jedoch in verschiedenen Traditionen ethnomedizinisch für Atemwegs- und entzündungshemmende Anwendungen eingesetzt. Als Phytoalexin wird Sakuranetin von Reispflanzen als Reaktion auf Pathogenangriffe produziert. Forschungsverlauf: Die Evidenzbasis ist hauptsächlich präklinisch und umfasst antimykotische, entzündungshemmende und insektizide Aktivitäten. Das Interesse an Sakuranetin als Modellverbindung zum Verständnis der pflanzlichen Abwehrmittelbiochemie und für potenzielle landwirtschaftliche und pharmazeutische Anwendungen ist gewachsen. Es liegen keine klinischen Daten am Menschen vor. Kommerzielle Quelle: Nicht im Ergänzungsmittel-Maßstab verfügbar; nur als Standard in Forschungsqualität zugänglich. Kontaktieren Sie Herbuno für eine Verfügbarkeitsprüfung.


Evidenz für Sakuranetin-Anwendungen

Antimykotische Aktivität: Sakuranetin zeigt MIC-Werte von 16–64 µg/mL gegen Candida albicans, Aspergillus und den Reisbrand-Erreger Magnaporthe oryzae. Membranzerstörung und Hemmung der Ergosterolbiosynthese werden als Mechanismen vorgeschlagen. Seine Rolle als Reis-Phytoalexin ist in der Pflanzenpathologieliteratur gut etabliert. Aussagestärke: Aufkommend.

Entzündungshemmende Aktivität: Sakuranetin hemmt die LPS-induzierte NF-κB-Aktivierung und reduziert die Produktion von Makrophagen-TNF-α und IL-6 in zellbasierten Assays. Die 7-Methylgruppe im Vergleich zu Naringenin erhöht die Lipophilie und kann den intrazellulären Zugang verbessern. Daten aus Tiermodellen sind spärlich. Aussagestärke: Aufkommend.

Insektizid und Pflanzenabwehr: Als Phytoalexin ist Sakuranetin in Konzentrationen, die in resistenten Reissorten vorkommen, für mehrere pflanzenfressende Insektenarten toxisch. Diese Aktivität ist eher von landwirtschaftlicher als von ernährungsphysiologischer Relevanz, trägt aber zum Verständnis des Bioaktivitätsspektrums der Verbindung bei. Aussagestärke: Aufkommend.


Dosierung & Formuliererspezifikation

Keine etablierte Nahrungsergänzungsmittel- oder klinische Dosis. Sakuranetin wird nicht kommerziell als Nahrungsergänzungsmittel-Inhaltsstoff formuliert. Aktive Konzentrationen in präklinischen antimykotischen und entzündungshemmenden Assays liegen typischerweise bei 10–100 µM; die orale Bioverfügbarkeit und äquivalente Dosen beim Menschen sind nicht untersucht.

Für Forschungsformulierungen ist Sakuranetin als analytischer Standard (≥98% HPLC) bei spezialisierten Chemikalienhändlern erhältlich. Eine Scale-up-Extraktion aus pflanzlichen Quellen ist technisch machbar, aber im Nahrungsergänzungsmittel-Maßstab kommerziell nicht etabliert.

Formulierer, die an der Bioaktivität methoxylierter Flavanone mit besserer kommerzieller Verfügbarkeit interessiert sind, sollten Naringenin (Ausgangsverbindung) oder Hesperetin in Betracht ziehen, die beide eine teilweise mechanistische Überschneidung aufweisen und etablierte Lieferketten haben.


Häufig gestellte Fragen — Sakuranetin

Was ist ein Phytoalexin und warum ist Sakuranetin eines?
Ein Phytoalexin ist eine Verbindung, die von einer Pflanze als Reaktion auf Pathogenangriffe oder physikalischen Stress produziert wird – im Wesentlichen ein Pflanzenimmunmolekül. Sakuranetin wird in Reisblättern nach Pilzinfektionen oder UV-Stress produziert. Seine antimykotischen und insektiziden Eigenschaften stehen in direktem Zusammenhang mit dieser defensiven biologischen Rolle.

Wie unterscheidet sich Sakuranetin von Naringenin?
Sakuranetin ist der 7-O-Methyläther von Naringenin – eine Methylgruppe ersetzt eine Hydroxylgruppe an C-7. Dies erhöht die Lipophilie (höherer logP), reduziert die Wasserstoffbrückenkapazität und verändert die Bindungseigenschaften an Rezeptoren und Enzyme erheblich. Die antimykotische Aktivität ist wesentlich stärker als die von Naringenin; das entzündungshemmende Profil ist ähnlich.

Ist Sakuranetin als kommerzieller Nahrungsergänzungsmittel-Inhaltsstoff erhältlich?
Nein. Es ist eine Verbindung in Forschungsqualität, die als analytischer Standard erhältlich ist. Eine kommerzielle Extraktion aus Pflanzen für die Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht etabliert. Formulierer mit einem spezifischen mechanistischen Bedarf an dieser Verbindung müssten eine kundenspezifische Extraktion oder Synthese in Auftrag geben.

Welche Aussagestärke gilt für Sakuranetin in Formulierungsdokumentationen?
Aufkommend in allen Anwendungen. Alle aktuellen Beweise stammen aus In-vitro- oder Agrar-/Pflanzenwissenschaftsliteratur. Es wurden keine tierexperimentellen Wirksamkeitsmodelle oder Humandaten für ergänzungsrelevante Anwendungen berichtet.


Skala der Aussagestärke – Hoch = mehrere RCTs am Menschen; Mittel = begrenzte Studien oder starke präklinische Konvergenz; Aufkommend = frühe Labor- oder Tierdaten.

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