Betain (Trimethylglycin · TMG · Osmolyt & Methylgruppen-Donor)

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CAS-Nr. 107-43-7
Klasse Vitaminähnlicher Faktor · Quartäre Ammoniumverbindung · Osmolyt · Methylspender
Quelle Beta vulgaris (Zuckerrübe) — Wurzelmelasse (primäre kommerzielle Quelle); auch Spinat, Weizenkeime, Quinoa, Schalentiere
Aussagestärke Hoch
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Betain wurde 1864 von Karl Scheibler erstmals aus Zuckerrübenmelasse isoliert und nach Beta vulgaris benannt. Die Hordaland Homocysteine Study identifizierte Betain als einen wichtigen diätetischen Determinanten der zirkulierenden Homocysteinspiegel – erhöhte Homocysteinwerte sind ein gut etablierter kardiovaskulärer Risikomarker. Betain wirkt über zwei primäre physiologische Mechanismen: als Methylspender im BHMT-Pathway – Umwandlung von Homocystein zu Methionin – und als Osmolyt, der Zellen vor osmotischem Stress schützt.


Betain für Lebergesundheit, Homocystein, sportliche Leistung & Körperzusammensetzung – Evidenz

Lebergesundheit – NAFLD und Hepatoprotektion: Mehrere RCTs dokumentieren Verbesserungen der Leberenzymmarker (ALT, AST) und des Leberfettgehalts bei NAFLD mit Betain-Supplementierung in einer Dosierung von 10–20 g pro Tag. Der hepatoprotektive Mechanismus von Betain umfasst die Methylspende für die Phosphatidylcholin-Synthese und den osmolytvermittelten Schutz von Hepatozyten. Aussagestärke: Hoch.

Homocysteinreduktion: Betain ist ein direkter Methylspender für die Homocystein-zu-Methionin-Umwandlung über den BHMT-Pathway. Mehrere RCTs bestätigen signifikante Reduktionen des Plasma-Homocysteins mit Betain-Supplementierung in einer Dosierung von 1,5–6 g pro Tag. Aussagestärke: Hoch.

Sportliche Leistung: Mehrere RCTs bei krafttrainierten Athleten dokumentieren Verbesserungen der Leistungsabgabe, Krafterzeugung und anaeroben Kapazität mit Betain in einer Dosierung von 2–5 g pro Tag. Aussagestärke: Mittel–Hoch.

Körperzusammensetzung: Mehrere RCTs dokumentieren Verbesserungen der fettfreien Körpermasse und Reduktionen der Fettmasse mit Betain-Supplementierung über 6-wöchige Trainingsperioden. Aussagestärke: Mittel.


Betain-Dosierung, Qualitätsauswahl & Formulierungsanforderungen

Klinisch referenzierte Dosis: 2–5 g pro Tag für sportliche Leistung und Körperzusammensetzung. 1,5–6 g pro Tag zur Homocysteinreduktion. 10–20 g pro Tag für die Lebergesundheit bei NAFLD.

Monohydrat vs. wasserfrei: Betain-Monohydrat enthält ca. 88,9 % Betain nach Gewicht. Betain wasserfrei ist 100 % Betain nach Gewicht – bevorzugt für Kapselformulierungen, bei denen die Effizienz des Füllgewichts wichtig ist. Betain wasserfrei ist hygroskopisch – die Lagerung erfordert feuchtigkeitsdichte Bedingungen.

Kombination mit: Folat und Vitamin B12 (umfassendes Homocystein-Management), Cholin (Methylspender-Kombination), Kreatin (ergogener Leistungs-Stack).


Häufig gestellte Fragen – Betain

Was ist der Unterschied zwischen Betain und Cholin?
Cholin ist die diätetische Vorstufe von Betain – im Labor zu Betain oxidiert. Betain spendet dann Methylgruppen an Homocystein über den BHMT-Pathway. Betain und Cholin sind eher komplementär als austauschbar.

Wie schneidet Betain im Vergleich zu Folat und B12 beim Homocystein-Management ab?
Folat und B12 wirken über den Methionin-Synthase-Pathway. Betain wirkt über den BHMT-Pathway hauptsächlich in der Leber. Beide senken Homocystein über unterschiedliche Wege – die Kombination bietet eine umfassende Abdeckung aller Homocystein-Stoffwechselwege.

Welche Dosis ist klinisch für sportliche Leistung belegt?
2–2,5 g Betain wasserfrei pro Tag, typischerweise aufgeteilt in zwei Dosen. Die meisten Leistungs-RCTs zeigen Verbesserungen der Bankdrück-Kraft, Kniebeugen-Kraft und des vertikalen Sprungs bei 2,5 g pro Tag über 14 Tage.

Ist Betain aus Zuckerrüben dasselbe wie aus anderen Quellen?
Chemisch identisch. Kommerzielles Betain wird aus Zuckerrübenmelasse als natürliches Nebenprodukt der Saccharose-Extraktion gewonnen. Bestätigen Sie die Quelle auf dem CoA, wenn eine natürliche/lebensmittelbasierte Herkunft für die Etikettenpositionierung erforderlich ist.


Skala der Aussagestärke – Hoch = mehrere Humanstudien; Moderat = einige Studien; Aufkommend = frühe Labordaten.

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