Kaempferol (Flavonol · Nrf2-Aktivator · Kardiovaskuläres Antioxidans)
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| CAS-Nr. | 520-18-3 |
| Klasse | Polyphenol · Flavonol · Flavonoid |
| Quelle | Brassica oleracea (Brokkoli, Grünkohl); Camellia sinensis (Tee); Ginkgo biloba (Blätter); Kapern, Dill, Schnittlauch |
| Aussagestärke | Mittel |
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Namensursprung: Kaempferol wurde im frühen 20. Jahrhundert erstmals aus Kaempferia galanga (Galangal) isoliert und erhielt dadurch seinen Namen. Strukturelle Unterscheidung: Es unterscheidet sich von Quercetin lediglich durch das Fehlen der 3′-Hydroxylgruppe am B-Ring – eine einzige Veränderung, die das Rezeptorbindungsprofil und das metabolische Verhalten maßgeblich beeinflusst. Epidemiologische Bedeutung: Die Women's Health Study dokumentierte ein um 40 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen mit der höchsten im Vergleich zur niedrigsten Kaempferol-Zufuhr über die Nahrung – eine der stärksten Flavonol–CVD-Assoziationen in prospektiven Daten. Forschungstrend: Zunehmend untersucht bezüglich der Nrf2-Pathway-Aktivierung und der ERβ-selektiven phytoöstrogenen Aktivität, wodurch es sich von anderen gängigen Flavonolen unterscheidet.
Evidenz für Herz-Kreislauf-Schutz, Nrf2-Aktivierung & Entzündungshemmung
Herz-Kreislauf-Schutz: Mehrere prospektive Kohortenstudien zeigen einen inversen Zusammenhang zwischen der Kaempferol-Zufuhr über die Nahrung und der Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mechanistisch: Hemmt die LDL-Oxidation, reduziert die Thrombozytenaggregation, verbessert die Endothelfunktion über die eNOS-Aktivierung und hemmt die Proliferation vaskulärer glatter Muskelzellen. Aussagestärke: Mittel.
Nrf2-Pathway-Aktivierung: Kaempferol reguliert Glutathion-Synthese-Enzyme (GCL, GSS), Hämoxygenase-1 (HO-1) und NQO1 hoch – wodurch die körpereigene antioxidative Abwehr induziert wird, anstatt als direkter Radikalfänger zu wirken. Dieser indirekte Mechanismus wird als biologisch nachhaltiger angesehen als antioxidative Effekte vom ORAC-Typ. Aussagestärke: Mittel (präklinisch stark; Humandaten in Entstehung).
Entzündungshemmend: Hemmt COX-2, iNOS und NF-κB in mehreren Zelltypen; reduziert TNF-α, IL-1β, IL-6 und PGE2. Die entzündungshemmende Potenz ist in den meisten experimentellen Modellen mit der von Quercetin vergleichbar. Aussagestärke: Mittel.
Phytoöstrogen (ERβ-selektiv): Kaempferol bindet mit moderater Affinität an den Östrogenrezeptor β. Ein ERβ-selektiver Agonismus wird im Allgemeinen als sicherer angesehen als eine nicht-selektive phytoöstrogene Aktivität. Relevant für die Knochendichte und die Herz-Kreislauf-schützende Positionierung in Formulierungen für die Postmenopause. Aussagestärke: In Entstehung.
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Dosierung & Formulierer-Hinweise
Zufuhr über Nahrung vs. Nahrungsergänzungsmittel: Epidemiologische Evidenz bezieht sich auf Kaempferol aus der Nahrung (2–30 mg/Tag aus Flavonoid-reichen Lebensmitteln). Ergänzungsdosen in der aufkommenden Forschung: 20–200 mg/Tag. Keine etablierte klinische Dosis für isoliertes Kaempferol. Die meiste kommerzielle Exposition erfolgt über standardisierten Ginkgo-Extrakt (24%/6%), wobei Kaempferolglykoside etwa ein Drittel der Flavonglykosidfraktion ausmachen.
Formulierer-Spezifikation: Für Kaempferol als isolierten Wirkstoff: Botanische Quelle und HPLC-Reinheit angeben. Für Ginkgo-basierte Formulierungen wird die vollständige Flavon-Triade (Kaempferol + Quercetin + Isorhamnetin) im standardisierten Verhältnis geliefert.
Synergistische Paare: Quercetin (komplementäres Flavonol-Antioxidans), Sulforaphan (additive Nrf2-Aktivierung), Isorhamnetin (natürliche Metaboliten-Kombination aus Ginkgo), Resveratrol (kombinierter kardiovaskulärer Polyphenol-Stack).
Häufig gestellte Fragen — Kaempferol
Wie unterscheidet sich Kaempferol von Quercetin?
Kaempferol fehlt die 3′-Hydroxylgruppe am B-Ring, die Quercetin besitzt. Dies verschiebt sein Rezeptorprofil: Kaempferol ist ERβ-selektiver und weist eine spezifische Nrf2-Aktivierungskinetik auf. Beide sind potente Antioxidantien und entzündungshemmende Wirkstoffe, die häufig zusammen in Tee, Brokkoli und Ginkgo vorkommen.
Was ist Nrf2 und warum ist die Aktivierung durch Kaempferol bedeutsam?
Nrf2 ist der Master-Transkriptionsfaktor für die zelluläre antioxidative Abwehr – seine Aktivierung reguliert Glutathionsynthese-Enzyme, Hämoxygenase-1 und andere zytoprotektive Proteine hoch. Verbindungen, die Nrf2 aktivieren (Sulforaphan, Kaempferol, Carnosol), induzieren eine nachhaltige Expression antioxidativer Enzyme, anstatt eine vorübergehende direkte Radikalfängerwirkung zu entfalten, was viele Forscher als biologisch wirkungsvoller erachten.
Was sind die reichhaltigsten Nahrungsquellen für Kaempferol?
Kapern sind die konzentrierteste einzelne Nahrungsquelle (>300 mg/100 g Trockengewicht). Weitere bedeutende Quellen: Grünkohl, Dill, Schnittlauch, Lauch, Brokkoli, grüner Tee, Holunderblüte. Dämpfen oder Rohverzehr bewahrt den Gehalt besser als Kochen, welches zu einem signifikanten Auswaschen in das Kochwasser führt.
Interagiert Kaempferol mit Medikamenten?
Kaempferol hemmt CYP3A4 und CYP1A2 in hohen Dosen und kann die Clearance von gleichzeitig verabreichten Medikamenten mit geringer therapeutischer Breite beeinflussen. Bei der Zufuhr über die Nahrung werden keine signifikanten Wechselwirkungen berichtet. Standardhinweis für Nahrungsergänzungsmittel, die Kaempferol enthalten: Konsultieren Sie vor der Einnahme zusammen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einen Arzt.
Skala zur Aussagestärke – Hoch = mehrere Human-RCTs; Mittel = begrenzte Studien oder starke präklinische Konvergenz; In Entstehung = frühe Labor- oder Tierdaten.
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