Quercetin (Flavonol · Antioxidans · Mastzellstabilisator)

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CAS-Nr. 117-39-5
Klasse Polyphenol · Flavonol · Flavonoid
Quelle Allium cepa (Rote Zwiebel) äußere Schalen; auch Kapern, Holunderbeeren, Buchweizen. Kommerzielles Isolat hauptsächlich aus Sophora japonica Blütenknospen.
Aussagestärke Mäßig
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Name & Isolation: Quercetin leitet sich vom lateinischen quercetum (Eichenwald) ab – erstmals 1857 von August Husemann aus Eichenrinde isoliert. Traditioneller Kontext: Quercetinreiche Pflanzen (Holunderblüten, Kamille, Johanniskraut) waren lange vor der Identifizierung der Verbindung ein zentraler Bestandteil der europäischen pflanzlichen entzündungshemmenden und antiallergischen Praxis. Charakterisierter Mechanismus: Im 20. Jahrhundert wurde Quercetin als Multitarget-Inhibitor von COX-Enzymen, Lipoxygenase und Phosphodiesterasen erkannt – und später als natürlicher Mastzellstabilisator bestätigt, der die IgE-vermittelte Histaminfreisetzung reduziert. Kommerzielle Quelle: Das meiste Isolat wird aus den Blütenknospen von Sophora japonica extrahiert und von Rutinosid zum freien Aglykon hydrolysiert.


Evidenz für antioxidativen Schutz, Allergiestabilisierung und entzündungshemmende Aktivität

Antioxidativ und entzündungshemmend: Quercetin fängt reaktive Sauerstoffspezies ab, cheliert Übergangsmetalle und hemmt NF-κB, COX-2 und proinflammatorische Zytokine (TNF-α, IL-1β, IL-6). Die mechanistische Breite ist gut charakterisiert; die meisten Nachweise sind präklinisch. Aussagestärke: Mäßig.

Mastzellstabilisierung: Hemmt den Kalziumeinstrom in Mastzellen und reduziert die IgE-vermittelte Histaminfreisetzung. Eine randomisierte Studie dokumentierte reduzierte nasale Symptomwerte bei saisonaler allergischer Rhinitis mit 200–400 mg/Tag. Der Mechanismus ist strukturell analog zum pharmazeutischen Cromolyn-Natrium. Aussagestärke: Mäßig.

Herz-Kreislauf-Unterstützung: Prospektive Kohortenstudien bringen eine höhere Flavonolaufnahme durchweg mit einem geringeren CVD-Risiko in Verbindung. RCTs mit 150–500 mg/Tag dokumentieren Reduktionen des Blutdrucks und der LDL-Oxidation. Die Evidenz für eine isolierte Supplementierung ist schwächer als für die Flavonoidaufnahme durch die gesamte Ernährung. Aussagestärke: Mäßig.

Senolytisches Potenzial (aufkommend): Die erste humane senolytische Studie (Dasatinib + Quercetin) zeigte eine selektive Clearance von seneszenten Zellen aus dem Fettgewebe bei Patienten mit diabetischer Nierenerkrankung. Der eigenständige senolytische Beitrag von Quercetin ist noch nicht belegt. Aussagestärke: Aufkommend.


Dosierung, Bioverfügbarkeit & Formulatorspezifikation

Typische Ergänzungsdosis: 250–1.000 mg/Tag Aglykon; Anti-Allergie-/entzündungshemmende Studien verwenden typischerweise 500–1.000 mg in geteilten Dosen.

Bioverfügbarkeits-Herausforderung: Standard-Quercetin-Aglykon-Pulver wird schlecht absorbiert (<5 %). Bedeutende Verbesserungen: Phytosomkomplex mit Phosphatidylcholin (2–5-fache Erhöhung), liposomale Verabreichung oder Co-Formulierung mit Bromelain und Vitamin C.

Glykosid vs. Aglykon: Rutin (Quercetin-3-rutinosid) wird langsamer durch kolische Mikrobiota-Hydrolyse absorbiert – bevorzugt für venöse Tonus-Anwendungen. Aglykon oder Phytosom erzielen höhere maximale Plasmakonzentrationen für systemische antioxidative oder entzündungshemmende Anwendungen.

Synergistische Paare: Bromelain (Absorption + entzündungshemmende Synergie), Pterostilben (senolytischer Stack), Piperin (mäßiger Bioverfügbarkeits-Boost), NAC (umfassende antioxidative Formel).


Häufig gestellte Fragen — Quercetin

Warum gilt Quercetin als führendes diätetisches Antioxidans?
Seine Pentahydroxyflavonol-Struktur ermöglicht das gleichzeitige Abfangen mehrerer Radikalspezies, die Metallchelatbildung und die Hemmung von COX-Enzymen, Lipoxygenasen, Phosphodiesterasen und NF-κB – was es zu einem der mechanistisch breitesten diätetischen Polyphenole macht, die untersucht wurden.

Was ist der Unterschied zwischen Quercetin, Rutin und Quercetin-Phytosom?
Quercetin ist das freie Aglykon. Rutin ist Quercetin-3-rutinosid – wird nach der Hydrolyse durch die Darmmikrobiota langsam absorbiert. Quercetin-Phytosom ist mit Phospholipiden komplexiert, um eine deutlich verbesserte Membranpermeabilität und Plasma-Bioverfügbarkeit zu erzielen.

Hilft Quercetin bei saisonalen Allergien?
Quercetin hemmt den Kalziumeinstrom in Mastzellen und reduziert die Histaminfreisetzung – ein Mechanismus, der dem pharmazeutischen Cromolyn-Natrium analog ist. Begrenzte Daten aus Humanstudien unterstützen die Reduzierung der Symptomwerte bei nasalen Allergien. Positionieren Sie Nahrungsergänzungsmittel als Unterstützung einer gesunden Immunantwort auf saisonale Umweltfaktoren.

Welche Form von Quercetin sollte ich für Nahrungsergänzungskapseln angeben?
98% HPLC-verifiziertes Aglykon aus Sophora japonica ist der konventionelle Grad. Für Premium-Formulierungen, bei denen die Bioverfügbarkeit entscheidend ist, wird liposomales oder Phytosom-Quercetin bevorzugt. Bestätigen Sie immer die botanische Quelle und die HPLC-Reinheit auf dem CoA.


Skala der Aussagestärke – Hoch = mehrere human-RCTs; Mäßig = begrenzte Studien oder starke präklinische Konvergenz; Aufkommend = frühe Labor- oder Tierversuchsdaten.

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