Rebaudiosid-A – Reb-A (Stevia-Diterpenglykosid · Premium-Süßstoff · GRAS E960)

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Verbindung Rebaudiosid-A (Reb-A; Rebiana)
Chemische Klasse Terpenoid — Diterpenglykosid (Ent-Kauran-Steviolglykosid; Sophorosid)
CAS 58543-16-1
Primäre Quelle Stevia rebaudiana (Stevia-Blätter, 2–4% des Trockengewichts)
Wichtige Anwendungen Hochwertiger kalorienfreier Süßstoff (200–400× süßer als Saccharose); reinerer Geschmack als Steviosid; GRAS/E960; antidiabetisch
Anspruchsstärke Hoch (Süßstoff); Moderat (antidiabetisch)
Typische Form Stevia-Extrakt, standardisiert auf ≥97% Rebaudiosid-A; Marken-„Reb-A“-Zutaten
Kauf bei Herbuno Stevia-Extrakt-Pulver (95%) →
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Namensherkunft: Von Stevia rebaudiana — der Artenname ehrt Bertonis Beschreibung, kombiniert mit „reba-“ vom Gattungsnamen und „-osid“ für Glykosid. Rebaudiosid-A (Reb-A) ist nach Steviosid das zweithäufigste Steviolglykosid in Stevia-Blättern und teilt sich dasselbe Ent-Kauran-Steviol-Aglykon. Der strukturelle Unterschied: Reb-A besitzt drei Glucoseeinheiten an der Steviol-13-Position (eine Sophorose- + Glucosekette) im Vergleich zu Steviosids zwei Glucoseeinheiten – diese zusätzliche Glucoseeinheit verändert das organoleptische Profil erheblich. Kommerzielle Bedeutung: Reb-A ist aufgrund seines überlegenen Geschmacks im Vergleich zu Steviosid die bevorzugte kommerzielle Form für die meisten Lebensmittel- und Getränkeanwendungen. Die erste FDA GRAS-Benachrichtigung für Steviolglykoside (2008, Cargill/Truvia® und PureCircle) umfasste spezifisch hochreines Rebaudiosid-A (≥97%) und etablierte es als regulatorischen Anker für den kommerziellen Stevia-Süßstoffmarkt. Große Stevia-Marken (Truvia®, PureVia®, Enliten®) basieren hauptsächlich auf Reb-A. Pharmakologie: Teilt sich die antidiabetischen Mechanismen von Steviosid (KATP-Kanalverschluss in β-Zellen, Insulin-Sensibilisierung) mit vergleichbarer Wirksamkeit. Wird von Darmbakterien zu Steviol (dem Aglykon) metabolisiert, das dann absorbiert und ausgeschieden wird – die systemische Exposition ist der gleiche Stoffwechselweg wie bei Steviosid. Kommerzielle Quelle: Stevia-Extrakt-Pulver (95%) und Bio-Stevia-Blattpulver, die beide Reb-A als primären Süßstoff liefern, sind bei Herbuno erhältlich.


Nachweise für Rebaudiosid-A-Anwendungen

Kalorienfreier Süßstoff — glykämische Neutralität: Mehrere RCTs bestätigen, dass Reb-A bei gesunden Probanden oder T2DM-Patienten keine Blutzucker- oder Insulinreaktion hervorruft. Direkte Vergleichsstudien (Anton et al., 2010, Appetite) zeigen, dass mit Reb-A gesüßte Mahlzeiten zu einem geringeren postprandialen Glukose- und Insulinspiegel UND einer geringeren Energieaufnahme bei nachfolgenden Mahlzeiten führen (was auf Appetitregulierung hindeutet, nicht nur auf kaloriellen Ersatz). Anspruchsstärke: Hoch.

Antidiabetische Pharmakologie: Reb-A stimuliert in pharmakologischen Dosen (zusätzlich zur Süßstoffverwendung) die Insulinsekretion über den Verschluss von pankreatischen β-Zell-KATP-Kanälen und verbessert die Glukosetoleranz in Tiermodellen. Dies spiegelt die direkte antidiabetische Pharmakologie von Steviosid wider – beide ergeben in vivo denselben Metaboliten (Steviol), wodurch ihre pharmakologischen Profile im Wesentlichen identisch sind. Anspruchsstärke: Moderat (Humandaten primär über Steviosid-RCTs; geteilte Metaboliten-Pharmakologie).

Geschmacksvorteil gegenüber Steviosid: Reb-A hat etwa die 300- bis 400-fache Süßkraft von Saccharose (gegenüber Steviosid 200- bis 300-fach) und eine signifikant niedrigere Bitter-/Lakritz-Nachgeschmacksschwelle. In Sensorik-Panelstudien ähnelt Reb-A mit einer Reinheit von ≥97% bei niedrigen Konzentrationen stark dem Geschmacksprofil von Saccharose, wobei ein Nachgeschmack erst oberhalb von ~0.05% w/v erkennbar ist. Aus diesem Grund ist Reb-A (≥97% Reinheit) in den meisten entwickelten Märkten die dominierende kommerzielle Stevia-Süßstoffform. Anspruchsstärke: Hoch (etablierte Sensorikwissenschaft).


Häufig gestellte Fragen — Rebaudiosid-A

Unterscheidet sich Reb-A in pharmakologischer Hinsicht von Stevia?
Reb-A und Steviosid sind eng verwandte Steviolglykoside, die sich nur in der Anzahl der an das Steviol-Aglykon gebundenen Glucoseeinheiten unterscheiden. Im Darm werden beide von Bakterien deglykosyliert, um Steviol zu bilden, das dann absorbiert und ausgeschieden wird. Die systemischen pharmakologischen Wirkungen (antidiabetisch, blutdrucksenkend) sind daher auf Steviol-Äquivalente zurückzuführen, die aus beiden Glykosiden stammen. Die meisten klinischen pharmakologischen Daten verwenden Steviosid – da Reb-A jedoch in äquivalenten Dosen zum gleichen Aglykon metabolisiert wird, sollten seine pharmakologischen Wirkungen vergleichbar sein.

Warum schmeckt Reb-A reiner als Steviosid?
Die zusätzliche Glucoseeinheit in der Sophorose-Einheit von Reb-A schirmt das Steviol-Aglykon sterisch effektiver ab als die kleinere Glykosidkette von Steviosid. Steviol selbst hat bittere Eigenschaften – die vollständigere Glykosylierung in Reb-A reduziert die Exposition des bitteren Steviol-Gerüsts gegenüber Geschmacksrezeptoren, was zu einem reineren Süßprofil führt. Hochreineres Reb-A (≥97%) mit geringerer Steviosid-Kontamination hat einen deutlich besseren Geschmack im Vergleich zu weniger reinen Stevia-Extrakten, die signifikante Steviosid-Anteile enthalten.

Was sind Rebaudioside D und M und wie vergleichen sie sich mit Reb-A?
Rebaudioside D und M sind geringfügige Steviolglykoside mit 4-5 Glukoseeinheiten an den C-13- und C-19-Positionen, die eine noch stärkere sterische Abschirmung des Steviolaglykons bewirken. Sensorische Panels bewerten Reb-D und Reb-M durchweg als diejenigen, die das sukroseähnlichste Geschmacksprofil mit minimalem Nachgeschmack aufweisen – im Wesentlichen die „idealen“ Steviolglykoside. Sie kommen jedoch nur mit 0,01–0.05% des Trockenblattgewichts vor (im Vergleich zu Reb-A mit 2–4%), was die extraktionsbasierte Beschaffung extrem teuer macht. Fermentative Biotechnologie (Entwicklung von Hefe zur Produktion von Reb-D/M aus Saccharose – wie von Evolva durchgeführt) wird entwickelt, um eine kommerzielle Produktion im großen Maßstab zu ermöglichen.

Ist Reb-A während der Schwangerschaft sicher?
Der ADI-Wert der JECFA von 4 mg Stevioläquivalenten/kg/Tag gilt für alle Steviolglykoside, einschließlich Reb-A. Mehrgenerationen-Reproduktionsstudien haben bei diesem ADI keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, die fetale Entwicklung oder die Gesundheit der Nachkommen festgestellt. EFSA, FDA und JECFA sind zu dem Schluss gekommen, dass Reb-A für alle Bevölkerungsgruppen, einschließlich schwangerer Frauen, bei normalen Verzehrmengen sicher ist. Es gibt keine spezifischen klinischen Studiendaten zu Reb-A in der Schwangerschaft (eine ethische Einschränkung des Studiendesigns), aber die verfügbaren toxikologischen und epidemiologischen Erkenntnisse stützen die Sicherheit bei normalen Süßstoffgebrauchsmengen.

Verwandte Verbindungen: Steviosid, Glycyrrhizin, Mogroside, Aspartam


Skala der Anspruchsstärke – Hoch = mehrere Human-RCTs; Mittel = begrenzte Studien oder starke präklinische Konvergenz; Entstehend = frühe Labor- oder Tierversuchsdaten.

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